Aktionstag gegen den „Verunsicherungsbahnhof“ Südkreuz

27. November 2017 Bhf.-Südkreuz (Westhalle)

Kleiner Bericht

Der Aktionstag war ein voller Erfolg. Es konnten viele Passant*innen über die Gefahren von automatisierter Gesichtserkennung informiert werden. Die Rückmeldungen der Reisenden waren fast ausschließlich positiv. Viele Pendler*innen ärgern sich bereits seit Beginn des Pilotprojekts über den täglichen Spießrutenlauf. Das Ziel, die Sichtbarkeit des Protests zu erhöhen, ist gut gelungen.Viele Menschen haben sich abstrakt gegen die automatisierte Gesichtserkennung schminken lassen und waren interessiert an Möglichkeiten sich gegen Überwachung zu schützen. Die beteiligten Gruppen haben mit Redebeiträgen und Kunstaktionen, Menschen zum Verweilen eingeladen und Hintergründe der Videoüberwachung erklärt. Im Voraus war die Bundespolizei, die am Aktionstag mit einem sehr großen Aufgebot vor Ort war, von uns darauf hingewiesen worden, dass es rechtlich nicht zulässig ist Kundgebungen pauschal abzufilmen. Die Bundespolizei war aufgefordert worden, die Kameraanlage von 16 bis 20 Uhr auszuschalten. Da dies nicht geschehen ist, streben wir eine rechtliche Klärung an. Auch wurden den Veranstalter*innen berichtet, dass die Polizei versuchte, grundlos Personalien aufzunehmen. Auch unnötige, die Versammlungsfreiheit einschränkende Vorgaben seitens des Bahnhofsmanagements der Deutschen Bahn, u. a. das Verbot von Infotischen, Nutzen von Tonverstärkung, Einschränkung von Musik, müssen noch im Nachklang geklärt werden.

Der Aktionstag in Bildern

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Die Aktionen

Aufgrund einiger Einschränkungen von Seiten der Polizei und der Deutschen Bahn konnten nicht alle geplanten Aktionen durchgeführt werden. Hier in der Liste als durchgestrichen markiert.

  • Slushy Eis
  • Infomaterial verteilen
  • Mit den Leuten diskutieren
  • Redebeiträge per Lautsprecher
  • Reden halten
  • Gesichtserkennung zum selber testen
  • Kunst Performance (Spalier der Überwachung im am Erkennungsbereich)
  • Gruppen Foto
  • abstraktes Schminken gegen Gesichtserkennungsalgorithmen
  • Musik von den Boxen
  • Vertonung der Chronik des Überwachungsstaats abspielen
  • live Musik von Brass Riot

Die Redebeiträge

coming soon ...

Die Aktion in den Medien

Datum Medium Link
29.11.2017 RADIO CORAX Über den Testlauf zur Videoüberwachung mit Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz
29.11.2017 Netzpolitik.org Bunter Protest beim Aktionstag gegen Videoüberwachung am Berliner Südkreuz
29.11.2017 neues deutschland Biometrie in Berlin - Protest gegen Überwachung am Bahnhof Südkreuz
28.11.2017 heise online Automatisierte Gesichtserkennung am "Verunsicherungsbahnhof" Südkreuz: Spalier für alle
27.11.2017 rbb24 Demo gegen Videoüberwachung am Südkreuz

Beteiligte Gruppen

Zur Beteiligung am Aktionstag wurde breit mobilisiert. Es sollten nicht nur die üblichen Datenschützer*innen auftreten sondern ein breites Spektrum an überwachungskritischen Gruppen.

Der Aufruf

Aktionstag gegen den „Verunsicherungsbahnhof“ Südkreuz

27.11.2017

16:00 - 20:00

Westhalle im Bahnhof Südkreuz, Berlin

Seit dem 1. August läuft im Berliner Bahnhof Südkreuz ein Pilotprojekt zur automatisierten Gesichtserkennung. Versprochen wird mehr Sicherheit, aber ob diese wirklich durch den Einsatz moderner Technologien erzeugt werden kann, oder dies wieder nur eine Symptom Behandlung gesellschaftlicher Probleme ist, bleibt bisher undiskutiert. Dies soll sich ändern und die breite Facette der Kritik an Überwachung und ihrer schädlichen Auswirkung auf eine freiheitliche Gesellschaft Einzug in den Diskurs finden. Dazu lädt das Aktionsbündnis ENDSTATION gemeinsam mit anderen Gruppen zum Aktionstag ein.

Wir bitten darum keine Partei Symbole (z.B. Flaggen) auf der Veranstaltung zu zeigen.

Das haben wir alles geplant: Kostenloses Slushy-Eis gegen Überwachung // spannende Redebeiträge diverser Gruppen // eine Lesung gegen Überwachung // viele Infostände mit Material zum mitnehmen // Schminken gegen Überwachung // eine Kunst-Performance (ca. 19:00) // ein großes Gemeinschaftsfoto // Kamera-Dosenwerfen // ein Monitor mit Gesichtserkennung zum Testen // einen Bastelworkshop für Masken zum Schutz vor Kameras // Live Musik von Brass Riot ...

Unterstützende Organisationen / Gruppen

ENDSTATION-Bündnis, #wastun, Digitale Freiheit, Digitalcourage e.V., Aktion Freiheit statt Angst e.V., Hände weg vom Wedding, Glitzerkatapult